{"id":807,"date":"2017-11-21T09:23:48","date_gmt":"2017-11-21T08:23:48","guid":{"rendered":"https:\/\/hermann.jodli.me\/?p=807"},"modified":"2017-11-23T10:45:22","modified_gmt":"2017-11-23T09:45:22","slug":"2006-eine-million-kredit-ist-ganz-normal-sagt-mein-grossvater-co-schnitt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hermann.lewetz.at\/en\/2006-eine-million-kredit-ist-ganz-normal-sagt-mein-grossvater-co-schnitt\/","title":{"rendered":"2006, \u201eEine Million Kredit ist ganz normal, sagt mein Gro\u00dfvater\u201c (Co-Schnitt)"},"content":{"rendered":"<p>Regie\/Schnitt: Gabriele Mathes, AT 2006, 35 mm\/Betacam SP, Farbe, 22 min<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-1017 alignleft\" src=\"https:\/\/hermann.jodli.me\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/million_web.jpg\" alt=\"\" width=\"240\" height=\"192\" srcset=\"https:\/\/hermann.lewetz.at\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/million_web.jpg 240w, https:\/\/hermann.lewetz.at\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/million_web-230x184.jpg 230w\" sizes=\"auto, (max-width: 240px) 100vw, 240px\" \/>Normality in the seventies: The audiovisual memory economy with its cohorts of private filmmakers produced masses of images of the economic upswing and supposed petit-bourgeois family happiness: holidays by the sea, car trips to the Alps in Dirndl and Krachlederner, at home there was now a built-in wardrobe with a colour TV. Dad films most of the time. It could all have been so nice, but things go wrong: the carpentry business inherited from his grandfather is in the red and competition from mass production deals the company a fatal blow. The family falls into crisis and eventually the father collapses under the burden. Normality is unbearable.<\/p>\n<p><b>Gabriele Mathes\u00b4<\/b> Found-Footage-Arbeit erz\u00e4hlt nur auf den ersten Blick eine tragisch endende Familiengeschichte. W\u00e4hrend eine emotionslose Sprecherin ein biografisch gef\u00e4rbtes, beklemmendes Sprachbild von hoher fotografischer Pr\u00e4zision entwirft, fassen die Super-8-Bilder ein irreduzibles Au\u00dfen, das nicht allein in der literarischen Beschreibung subjektiver Erinnerungsbilder aufgeht: Fragmente f\u00fcr eine \u00f6ffentliche Mikro-Wirtschaftsgeschichte. In der tangentialen Montage kontaminieren Bilder und Sprache einander, Andrea Sodomkas Soundscape treibt uns schmerzhaft leise in den audiovisuellen Riss in der Zeit. Im Unterschied zu so vielen ironisierenden Home-Movie-Samplern nimmt Mathes ihr Material als Symptom ernst. Was zeigt sich, was l\u00e4sst die Nichtsichtbarkeit erahnen, was ist verloren, was gerettet? Und vielleicht hat sich in den ausgewaschenen, besch\u00e4digten Affektbildern etwas erhalten, wohin die Sprache, die Trauerarbeit, nicht gelangen konnte; vielleicht ein Moment des Verdachts, vielleicht ein Moment des Gl\u00fccks. Doch wom\u00f6glich ist das Gl\u00fcck an einer Stelle aufgeblitzt, die niemand geplant und mit der niemand gerechnet hatte.<\/p>\n<p><i>(Michael Palm)<\/i><\/p>\n<p>Der Film erz\u00e4hlt, wie sich das Ringen meines Vaters um das \u00dcberleben des vom Gro\u00dfvater gegr\u00fcndeten Betriebs, der nicht zu verhindernde Konkurs seiner M\u00f6belfirma, auf meine Familie ausgewirkt hat.<\/p>\n<p><i>(Gabriele Mathes)<\/i><\/p>\n<p>Hinter dem Wald wird es hell. Mein Vater sitzt im Wagen und erinnert sich. Er ist zweiundzwanzig. Er ist mit dem Motorrad gekommen. Er steht vor dem Haus, in dem meine Mutter wohnt. Er raucht eine Zigarette. Er raucht mit der rechten Hand, seine Linke ist in Gips gepackt. Meine Mutter schaut den Gips an und fragt: Kannst du fahren?&#8220; Mein Vater d\u00e4mpft die Zigarette aus. Mein Vater gibt Gas. Er f\u00e4hrt 14 Stunden lang. In Rimini halten sie an. Am Stra\u00dfenrand stehen Palmen. Meine Mutter legt ihre Arme um meinen Vater und k\u00fcsst ihn.<\/p>\n<p><i>(Auszug aus dem Drehbuch)<\/i><\/p>\n<p>Vertrieb: <a href=\"http:\/\/www.sixpackfilm.com\">Sixpackfilm<\/a><\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Regie\/Schnitt: Gabriele Mathes, AT 2006, 35 mm\/Betacam SP, Farbe, 22 min Normalit\u00e4t in den Siebziger Jahren: Die audiovisuelle Erinnerungswirtschaft mit ihren Kohorten an Privatfilmern produziert massenhaft Bilder des wirtschaftlichen Aufschwungs und des vermeintlichen kleinb\u00fcrgerlichen Familiengl\u00fccks: Urlaub am Meer, KFZ-Ausfl\u00fcge in die Alpen in Dirndl und Krachlederner, zuhause gibt\u00b4s jetzt den Einbauschrank mit Farbfernseher. 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